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Mitarbeiterentwicklung gegen Fluktuation

Machen Sie Ihre Mitarbeiter stark!

Kennen Sie das? Sie kommen morgens fröhlich in Ihr Spa – und es empfängt sie eine gedrückte Stimmung. Eine Mitarbeiterin bittet Sie um ein Gespräch. Nach einigen Minuten Herumdrucksen legt sie die Karten auf den Tisch: Sie will gern gehen … hat ein anderes Angebot angenommen und klar, schon unterschrieben. „Es ist eine tolle Chance für mich – Sie verstehen das bestimmt … wäre es okay, wenn ich schon in 14 Tagen gehe?“  „Na super“, denken Sie, „jetzt geht das Spiel wieder von vorne los: Engpässe im Spa überbrücken, Anzeigen schalten, Interviews, Probearbeiten, Schulungen ...“ Was können Sie tun, um Ihre Mitarbeiter zu halten?

Eine Gehaltserhöhung als Mitarbeiterbindungsinstrument ist leider oft nicht drin. Was ist die Alternative? Machen Sie Ihre Leute stark! Bilden Sie sie weiter! Viele Spa-Mitarbeiter wollen sich gern ganz gezielt weiterentwickeln, möchten gerne mehr Verantwortung übernehmen, brauchen dafür jedoch Unterstützung. Wichtige Voraussetzungen hierfür sind:

  • ein sicheres Arbeitsumfeld, das herausfordernd und stimulierend ist
  • Trainingserfahrungen, die schnell erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden können
  • Ihr Vorbildverhalten als Vorgesetzte/r ermöglicht Lernen am Modell für Ihre Mitarbeiter
  • eine gute Balance zwischen dem Lernen neuer Inhalte und der Anerkennung dessen, was bereits gut funktioniert
  • Ihr wertschätzendes Feedback als Vorgesetzte/r bezüglich Stärken und Schwächen in Form von regelmäßigen Mitarbeitergesprächen
  • dass sich Mitarbeiter adäquat wahrnehmen und lernen, ihr Leistungsvermögen realistisch einzuschätzen.

Nicht nur Vorgesetzte, auch Mitarbeiter tendieren dazu, eigene Fähigkeiten zu beschönigen. Gerade schwächere Team-Mitglieder überschätzen oft ihre Fähigkeiten.

Wer selbst will, kann auch besser. Die eigene Einstellung zum Lernen ist ausschlaggebend. Mitarbeiter lernen das, was ihnen aufgrund ihrer Erfahrung wichtig ist, und das, was sie wirklich lernen wollen. Haben sie das Gefühl, zum Lernen gezwungen zu werden, lernen sie halbherzig und vergessen Gelerntes auch schnell wieder. Haben Mitarbeiter hingegen einmal gelernt, wie sie wichtige Kompetenzen verbessern können, dann entfalten sie mit dieser Erfahrung weitere neue Fähigkeiten. Vorausgesetzt natürlich, Ihre Mitarbeiter wollen sich gezielt beruflich und persönlich weiter entwickeln. Dafür müssen sie eigene Stärken und Defizite erkennen und bilanzieren können.

Je besser, desto höher der Anspruch. Gerade hervorragende Spa-Mitarbeiter halten sich selbst oft nicht für sonderlich gut, selbst wenn Kollegen oder Vorgesetzte sie in höchsten Tönen loben. Sie selbst verfolgen hohe Leistungsstandards und richten ihre Aufmerksamkeit nicht auf nachweisbare Erfolge, sondern auf das, was sie selbst als verbesserungswürdig erachten. Mitarbeiter mit eher schwach ausgeprägtem Selbstwertgefühl konzentrieren sich gerne auf ihre Schwächen, sie unterschätzen ihre Talente und Fähigkeiten und neigen dazu, positivem Feedback zu misstrauen. Sich vorwiegend auf Schwächen und Defizite zu konzentrieren, wirkt jedoch nicht motivierend, sondern blockiert Lernprozesse und Wachstum.

Klar, kritisch und respektvoll. Ihr Feedback als Spa-Führungskraft bietet die Chance, eine nicht adäquate Selbsteinschätzung zu korrigieren – und zwar besonders effektiv, wenn Ihr Feedback aktuell, konstruktiv-wertschätzend und aufrichtig wirkt. Nehmen Sie die Fähigkeiten und Stärken ihrer Mitarbeiter nicht selbstverständlich hin: Erkennen Sie diese Stärken ausdrücklich an! Engagement wird meist selbstverständlich gefordert, die Anerkennung dafür bleibt dagegen oft genug aus. Was Mitarbeiter stark macht, was sie mit Stolz und Selbstvertrauen erfüllt, das muss auch gewürdigt und verstärkt werden! Vermitteln Sie Ihren Mitarbeitern ein vollständigeres Bild über sich, dann sind diese meist auch bereit, sich mit ihren Stärken und Schwächen auseinander zu setzen. Zwei Fragen sollten Mitarbeiter jederzeit beantworten können: „Welche Stärken und Schwächen habe ich?“ und: „Was genau möchte ich künftig persönlich besser können?“

Training macht den Meister. Mitarbeiter mit selbst gesteckten Lernzielen haben am ehesten Erfolg, wenn sie neue Fähigkeiten auch in unterschiedlichen Kontexten ausprobieren können – nicht nur am Arbeitsplatz. Selbst entwickelte Lernziele und Lernpläne helfen, sich auf das zu konzentrieren, was man selbst besser beherrschen will. Lernziele führen nachhaltig zu Erfolg und guten Ergebnissen, wenn:

  • sie auf Kompetenzen und Stärken aufbauen, nicht nur auf Schwächen
  • sie von Mitarbeitern selbst festgelegt werden, nicht einseitig von Ihnen als Vorgesetzter/n
  • Trainingspläne auf konkreten, realistischen und überschaubaren Schritten aufbauen
  • Lernpläne zu eigenen Lernstilen passen, denn sonst verlieren Mitarbeiter schnell das Interesse und die Aufmerksamkeit.

Konzentrieren Sie sich bei der Weiterentwicklung Ihrer Spa-Mitarbeiter auf das, was sich leicht und schnell in den Alltag integrieren und gut mit dem bisherigen Arbeitsstil vereinbaren lässt. Lassen Sie Mitarbeiter die Methoden praktizieren, die sie schnell, effektiv und effizient lernen lassen.

Auf vierfache Weise lernen. Die meisten Menschen lernen mit einer dieser Methoden:

  • Lernen durch konkrete Erfahrung: Eigene Erfahrungen ermöglichen zu sehen, zu spüren, zu hören und nachzuvollziehen, wie und wann ein bestimmtes Verhalten erfolgreich ist.
  • Lernen durch Reflexion: Durch Reflektieren über eigene und Erfahrungen von anderen lernen wir, wie etwas funktioniert und können es dann so auch anwenden.
  • Lernen am Modell: Entwickeln oder Nutzen einer Theorie am Modell – am besten, wenn sie bereits selbst gemachte Beobachtungen und Erfahrungen erklärt.
  • Lernen durch Versuch und Irrtum: Einen neuen Weg, eine neue Idee so oft ausprobieren, bis es funktioniert.

Lernen funktioniert erfahrungsgemäß am besten, wenn mehrere dieser Methoden angewendet werden.

Hoffnungsfrohe Gelassenheit vermitteln. Bleiben Sie geduldig, wenn Ihre Spa-Mitarbeiter sich daran machen, etwas neu zu lernen. Das Lernen weiterer Kompetenzen, Verbessern von Fertigkeiten und Einüben neuer Verhaltensweisen braucht meist Wochen, oft sogar Monate, bis die Lektionen wirklich sitzen, also in Fleisch und Blut übergehen. Sich neue Verhaltensweisen aneignen heißt, sie immer wieder zu üben und zu wiederholen. Unser Gehirn muss sich beim Lernen neu verdrahten, neue Gewohnheiten stärken die Synapsen zwischen den Nervenzellen und fördern das Entstehen neuer Nervenzellen. Je öfter Mitarbeiter Neues im Denken und Handeln praktizieren, desto flexibler und stärker werden diese neuen Schaltungen im Gehirn. Mehr Lernimpulse und mehr Lernen sorgen dafür, dass die Aufnahmefähigkeit steigt und man sich schneller entwickeln kann. Nutzen Sie das Potenzial Ihrer Mitarbeiter – für eine inspirierende, fröhliche und langfristige Zusammenarbeit.

Autorin: Andrea Patzelt


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