„Wir demokratisieren den Wellness-Trend“
Grand Opening am Hamburger Jungfernstieg: Konzernriese Beiersdorf hat mitten in der City das erste Nivea Haus eröffnet. spa concept sprach mit Geschäftsführer Thomas Schönen über das Konzept des neuen Beauty Store.
spa concept: Sie wagen mit dem neuen Store ein ungewöhnliches Pilotprojekt. Welches Konzept verbirgt sich dahinter?
Thomas Schönen: Das Nivea Haus basiert auf einem erlebnisorientierten Ansatz und gibt dem Brand ein Zuhause. Wir möchten den Besuchern die Marke Nivea näher bringen, sie erlebbar machen. Das Haus ist ein Ort, der einlädt, zu entspannen und schafft damit Wohlfühlmomente in der Stadt. Damit setzen wir auf den Trend zur „Kurzzeit-Wellness“, der in den USA bereits viele Anhänger hat. Ergänzend zur Nachfrage nach mehrtägigen Angeboten entwickelt sich hier ein Bedarf, auch zwischendurch innerhalb kürzester Zeit neue Energie zu tanken, sich pflegen und verwöhnen zu lassen. Wir möchten näher an die Verbraucher heran, unsere Kommunikation mit dem Verbraucher aktiver gestalten und in einen täglichen Dialog treten – und wir wollen die Resonanz live erfahren.
Wie reagiert die Öffentlichkeit auf die Eröffnung?
Das Haus stößt auf großes Interesse – sowohl bei den Verbrauchern als auch bei Medien und Handel. So konnten wir am Eröffnungstag rund 4.000 Besucher begrüßen, an den Folgetagen rund 1.800 Besucher bzw. nahezu 800 Kunden am Tag. Die Anwendungen sind teilweise für 2 Wochen im Voraus ausgebucht, so dass wir Spontanbesucher oft vertrösten müssen. Was den Handel betrifft, so sehen wir im regionalen Handelsumfeld eine Belebung der Produktnachfrage.
Wodurch unterscheidet sich das Haus von einem „normalen“ Day Spa?
Im Nivea Haus sollen auch Menschen, die bisher noch keine Wellness-Angebote in Anspruch genommen haben, professionelle Anwendungen genießen können. Aufgrund der Markenbekanntheit haben die Besucher keine Schwellenängste. Als Konkurrenz zu herkömmlichen Spas sehen wir uns nicht, denn das Konzept ist neu und bisher einzigartig in Deutschland. Das Haus schafft – ergänzend zu den oft mehrtägigen und i.d.R. hochpreisigen Angeboten anderer Spas – eine Demokratisierung des Wellness-Trends im Rahmen des gewohnten Preis-Leistungs-Verhältnisses von Nivea. Vom 60 Min.-Facial für 39 Euro und der 30 Min.-Schaummassage für 19 Euro bis hin zu Make-up, Haarstyling und Beratung.
Passen für Sie Discount-Preise und der Wellness-Gedanke zusammen?
Nivea ist eine Marke für „Menschen wie Sie und ich“. Daher ist es uns wichtig, das Angebot für jeden erschwinglich zu gestalten. Das Ziel, Schwellenängste abzubauen und den Wellness-Trend zu demokratisieren, funktioniert nur, wenn sich dies auch im Preiskonzept widerspiegelt.
Werden für Behandlungen ausschließlich eigene Produkte verwendet? Und: Launchen Sie spezielle Institutskosmetik?
Alle Anwendungen wurden speziell entwickelt, sind konsequent auf die über 500 Nivea Produkte ausgerichtet und werden auch mit ihnen durchgeführt. Den Eintritt in den Bereich der Institutskosmetik verfolgen wir nicht.
Welche Servicephilosophie herrscht im Nivea Haus?
Wir beschäftigen dort zur Zeit 21 Mitarbeiter. Sie fungieren als unser „Aushängeschild“ und repräsentieren die Marke gegenüber den Verbrauchern. Somit sind eine freundliche Kundenansprache, zuvorkommender Service, kompetente Beratung und das persönliche Auftreten jedes Einzelnen besonders wichtig. Dazu haben wir in einem mehrtägigen Assessment-Center die optimalen Kandidaten rekrutiert.
Sind weitere Nivea Stores geplant?
Erst einmal wollen wir jetzt den Erfolg hier in Hamburg verfolgen, vorantreiben und bewerten. Anschließend werden wir sehen können, wie sich das Konzept bewährt und bei den Verbrauchern durchsetzt. Erst dann werden wir über die Frage einer eventuellen Ausweitung in andere Städte nachdenken.
Herzlichen Dank für das Gespräch.
Autorin: Claudia Rakow