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spa concept Interview

Harald Kitz

„Kopflastigen Menschen Entspannung schenken“

Eine in Österreich entwickelte Anti-Stress-Massage hat es auf die Nominierungsliste für den weltweit renommierten „Spa Asia Treatment of the Year Award“ geschafft: die „haki stretch & relax“-Methode. spa concept hat bei Entwickler Harald Kitz nachgefragt, wie die speziell für Schulter, Kopf und Nacken konzipierte, 60-minütige Behandlung gestresste Menschen wieder ins Gleichgewicht bringt.

spa concept: Herr Kitz, das Erlebnis „haki“ ist gar nicht so einfach in Worte zu fassen, denn so mancher Gast fällt schon nach wenigen Behandlungsminuten in den Entspannungsschlaf. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, „haki“ zu entwickeln?
Harald Kitz: Schon während meiner Zeit als Musiker war ich zufrieden, wenn ich durch Musik anderen Menschen Entspannung schenken konnte. Als Therapeut konnte ich dies noch intensiver tun. Hier im Hotel Hochschober auf der Turracher Höhe und während meiner beruflichen Laufbahn als Therapeut überall auf der Welt habe ich Menschen behandelt, die Entspannung von ihrem kopflastigen Stress suchen und nicht abschalten können. Sie haben eine Fülle von Energie im Kopf, die nicht frei fließen kann. Körperlich äußert sich dies in vielfältigen Symptomen, von Spannungskopfschmerzen über Konzentrationsstörungen bis hin zu Schlaf- oder HWS-Problemen und psychischen Beeinträchtigungen. Speziell für diese Gäste habe ich innerhalb von drei Jahren „haki stretch & relax“ entwickelt – dabei sind meine Erkenntnisse im internationalen Austausch mit Osteopathen, Ärzten, Naturheilpraktikern, TCM- und Ayurveda-Therapeuten eingeflossen. Daher ist „haki“ als physikalische, schmerz- und bewegungstherapeutische Methode anzusehen.

Wie würden Sie beschreiben, was Sie während der Behandlung tun?
Der Gast liegt auf dem Rücken, während ich als Therapeut mit den Händen und mit rhythmischen Druck-, Streich- und Schwingbewegungen auf Schulter, Kopf und Nacken einwirke und dabei das Nerven- und Muskelsystem harmonisiere. Gestaute Energie kann wieder frei fließen. „haki“ ist eine Mischung aus Zug- und Drucktechniken und anderen Massagetechniken und -griffen, die auf der Lehre von den Energieleitbahnen im Körper basiert. Es sind wellenförmige Bewegungen, die selbst Workaholics und sehr beherrschte Menschen veranlassen, loszulassen und sich zu entspannen. Der Therapeut muss dabei ein feines Gespür für Schwingungen haben, denn jeder Teil unseres Körpers hat seine individuelle Schwingungsfrequenz. Ich versuche also als Therapeut, diese Schwingung zu erfassen, mich auf den Klienten „einzuschwingen“ und dadurch den ganzen Menschen zu harmonisieren. Ich spüre genau den Punkt, an dem der Gast wirklich loslässt und sich fallen lässt, alles um sich herum vergisst. Ich benutze dabei auch ein Tuch, mit dessen Hilfe ich den Kopf des Gastes heben und rhythmisch bewegen kann. Die Gäste beschreiben oft, dass sie dies als „schwebende Leichtigkeit“ oder eine Art Schwebezustand empfinden. Mit fließenden Bewegungen wird dann die „Last“ über den Körper und die Beine ausgestrichen, das holt den Gast sozusagen wieder herunter und verwurzelt ihn wieder fest mit der Erde. Auch der Bauch wird als Zentrum sowohl positiver als auch negativer Emotionen mit einbezogen. Behandelt wird mit speziell zusammengestellten warmen Ölen und duftendem Balsam, die ich zusammen mit einer Ärztin entwickelt habe. Sie sind komponiert u.a. aus ätherischen Ölen von Majoran, Muskatellersalbei, Ringelblume und Hamamelis und helfen bei der Entspannung. Anschließend ruht der Gast, in warme Tücher gehüllt, mit einer kühlen Augenkompresse und einem warmen Nackenkissen einige Minuten nach.

Sie haben „haki“ als Spa Manager hier im Hotel Hochschober entwickelt und vergeben neuerdings Lizenzen an ausgewählte Wellness-Hotels. Wer darf „haki“ anbieten?
Für „haki“ stehe ich als Person und mit meinem Namen, daher ist mir die Sicherstellung höchster Qualitätsstandards für die Gäste oberstes Gebot. Das bedingt, dass ich „haki“ nur an eine sehr begrenzte Zahl ausgewählter Hotels vergeben möchte. Die Häuser „kaufen“ damit nicht nur eine Behandlungsmethode, sondern ein ganzes Paket an Leistungen. Zunächst biete ich interessierten Hotels ein kostenloses gegenseitiges Kennenlernen an, um herauszufinden, ob die gegenseitige „Chemie stimmt“ und die Philosophie des Hauses mit meiner vereinbar ist. Dazu komme ich drei Tage ins Haus und führe Behandlungen durch. Kommt es zu einer Zusammenarbeit, schule ich die Therapeuten selbst und frische die Schulungen regelmäßig auf. Die Therapeuten sind von zentraler Bedeutung, denn sie sind die Seele von „haki“. Sie sollen „haki“ spielerisch mit Freude und Humor erlernen, damit die Energie zwischen Therapeut und Gast richtig fließen kann. Ich versuche das immer mit der Formel Energie = (Humor x Wissen)2 auszudrücken. Zudem unterstützen wir das Marketing und schulen die Hotelmitarbeiter, damit jeder im Haus den „haki“-Gedanken vermitteln kann. So bieten bisher auch nur eine Handvoll Hotels „haki“ an, darunter das Mandarin Oriental in Kuala Lumpur.

Verbergen sich hinter „haki“ noch weitere Behandlungen?
Neben der „haki stretch & relax“ habe ich drei weitere Behandlungen entwickelt, an zwei anderen arbeite ich noch. Das Partner-Treatment zum einen ist eine schöne Gelegenheit für Hotelgäste, mit dem Partner unter Anleitung ausgebildeter „haki“-Therapeuten die wohltuenden Griffe der „haki“ zu erlernen. Zum anderen gibt es noch die „haki sacral“-Methode, um Verspannungen im Lenden-, Kreuzbein- und Gesäßmuskelbereich zu lösen, sowie die „haki Fußwaschung“, eine orientalische Zeremonie für kleine Gruppen.

Was sind Ihre nächsten Ziele?
Ich möchte die „haki“-Methode weiterentwickeln und werde demnächst ein internationales Osteopathie-Studium beginnen. Zudem ist es mir wichtig, weiterhin selbst Zeit für die Behandlung der Gäste zu haben, um meine „Basis“ nicht aus den Augen zu verlieren. Und ich würde mich natürlich sehr freuen, den Spa Asia Award zu gewinnen.

Vielen Dank für das Gespräch.  (ah)