"Spas müssen auf den Fitnesstrend reagieren"
Mit dem Deutschen Industrieverband für Fitness und Wellness e.V. (DIFW) hat sich ein Verband etabliert, der sich ausschließlich auf die Belange und Interessenslagen der Industrievertreter konzentriert. Mit Fokus auf dem Hotelmarkt wird der DIFW 2006 erstmalig auf der hogatec (Halle 10, Stand 10F06) präsent sein. spa concept sprach mit der 1. Vorsitzenden des DIFW, Sandra Orth, über die Ziele dieses Messe-Engagements und des Verbandes.
spa concept: Was hat den DIFW zur Teilnahme an der hogatec motiviert?
Sandra Orth: Der DIFW vertritt die Fitness- und Wellness-Industrie Deutschlands. Aufgrund des immer weiter steigenden Gesundheitsbewusstseins und des dadurch begründeten Bedarfes an Fitness- und Wellness-Angeboten ist es nahe liegend, auf der hogatec präsent zu sein. Unsere Mitglieder werten seit je her die Freizeit der Bürgerinnen und Bürger durch Fitness, Wellness und Prävention auf und immer mehr Hotelgäste – privat wie geschäftlich – verlangen nach adäquaten Angeboten. In den Reihen des DIFW sind die Top-Unternehmen der deutschen Fitness- und Wellness-Industrie versammelt. Unsere Mitglieder aus den unterschiedlichsten Segmenten sind die idealen Partner für die Hotellerie, da das gesamte Spektrum an Produkten und Dienstleistungen abgedeckt werden kann, das notwendig ist, um ein professionelles Angebot innerhalb der Häuser zu etablieren. Als der deutsche Industrieverband für Fitness und Wellness sind wir somit der ideale Ansprechpartner für die Hotellerie, die sich auf diese Marktbedingungen einstellen will und muss. Wir stellen die dazu wichtigen Verbindungen her. Zudem sind beide Branchen im Bereich der Freizeit tätig, was eine aktive Zusammenarbeit fast schon fordert.
Welche Ziele hat Ihre Messeteilnahme und was erwartet den Besucher?
In erster Linie wollen wir der Hotellerie Unterstützung bei der Konzeption von Fitness- und Wellness-Bereichen anbieten. Da wir mit unseren Mitgliedern, den führenden Unternehmen der Branche, massives Know-how bündeln, können wir ein derartiges, Interessen konstruktiv verbindendes Angebot machen. Den Fachbesucher erwartet Information aus erster Hand. Er kann direkt am Stand in Kontakt mit unseren Mitgliedsunternehmen treten. Darüber hinaus werden wir der Hotellerie direkt vor Ort tragfähige, wirtschaftlich sinnvolle und somit zukunftssichere Konzepte vorstellen. Beispielsweise wird der Solarienspezialist JK-Sales im Verbund mit Wellsystems ein schlüsselfertiges Konzept für die Hotellerie anbieten. Ebenfalls vorgestellt werden auf dem Branchenstand des DIFW Cardio- und Kraftgeräte sowie deren Einsatz in der Hotellerie.
Welche Zielgruppen sprechen Sie dabei besonders an?
Wir wenden uns während der Messe an Hotelbetreiber, die ihre Zukunft in einer fitness- und wellnessorientierten Aufwertung ihrer Häuser sehen und einen Beratungs- und Kooperationsbedarf haben. Diesen bieten wir ganz konkret unsere Unterstützung als Information-Broker im deutschen Fitness- und Wellness-Markt. Ein für sie sicher nicht zu unterschätzender Vorteil, denn gesicherte Informationen und gute Kontakte sind hier viel wert. Der Hotelkunde erwartet zumindest eine Gleichwertigkeit, was die Ausstattung und Konzeption des entsprechenden Bereiches im Vergleich zum Studio an seinem Heimatort betrifft.
Welche Bedeutung hat Fitness auf dem Hotelmarkt heute?
Eine sehr große Bedeutung. Man rechnet heute damit, dass die Gesamtzahl der gesundheitsorientierten Reisen bis 2010 um 78 % zunehmen werden. Das bedeutet eine unglaubliche Performance und der, der bereits heute auf diesen Trend reagiert, kann dabei nur gewinnen. Laut Statistischem Bundesamt buchten die Deutschen schon im Jahr 2002 2,5 Millionen Reisen in diesem Bereich. Den größten Anteil mit 1,4 Millionen waren Health Care-Reisen und genau hier setzen wir an. Im Mittelpunkt dieses Geschäftes steht der Mensch mit all seinen individuellen Bedürfnissen. Der Gast verlangt Wirkung und Nachhaltigkeit. Für ihn stehen Körper und Geist im Mittelpunkt und bilden eine Einheit. Seinem so klar definierten Anliegen wird durch Fitness- und Wellness-Angebote entsprochen, die ihm das verschaffen, was er für sich will: körperliches und geistiges Wohlbefinden. Wie Befragungen zeigen, ist er auch bereit, dieses Engagement entsprechend zu honorieren.
Welche Rolle sollte Fitness nach Meinung des DIFW mittel- bis langfristig im Hotelbereich spielen?
Wie bereits erwähnt, wird die Bedeutung rasant zunehmen. Mittelfristig sind Fitness- und Wellness-Angebote aus der Hotellerie nicht mehr wegzudenken. Bereits heute machen viele Hotelgäste ihre Buchungsentscheidung davon abhängig. Dieser Trend ist auch aufgrund der gesundheitspolitischen Entwicklung unabwend- und unumkehrbar. Hier wird der Hotellerie die Entscheidung leicht gemacht, wenn sie auch mit Investitionen verbunden ist. Es lohnt sich jedoch, hier zu investieren, denn der Bürger ist bereit, diese Investition, die seinen Bedürfnissen entspricht, mit zu tragen.
Welche Ziele strebt die Fitnessindustrie daher im Hotelsektor an?
Unser Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass die Fitness- und Wellness-Anlagen innerhalb der Hotellerie die notwendige Professionalität und damit Akzeptanz erlangen. Vor diesem Hintergrund vertreten wir natürlich die Interessen unserer Mitglieder, die die notwendige Qualität liefern können. Das heißt natürlich auch, dass die Hotellerie hier echte Vorteile genießt, denn nur professionelle Angebote binden Kunden an das Hotel. In diesem Zusammenhang bieten wir gerade der mittelständischen Hotellerie echte Lösungsansätze. Von der Geräteberatung über die Ausstattung bis hin zur Finanzierung und den wichtigen Versicherungsfragen bieten wir komplexe Informationen und schaffen Kontakte. Auch in der Personalbeschaffung für die relevanten Bereiche können wir ganz konkret helfen. In der Funktion als Schnittstelle zu den führenden Herstellern vermitteln wir zielführend und direkt. Die Mitglieder des DIFW bieten von schlüsselfertigen Modulen bis zur individuellen Ausstattung alles, was dem Hotelier hilft, erfolgreich zu sein. Unsere Mitgliedsunternehmen sind professionelle Lösungsanbieter und realisieren seit vielen Jahren hochwertige und stilvolle Fitness- und Wellness-Bereiche, die ein Ambiente schaffen, das der Gast gerne annimmt. Dies zu ermöglichen, dafür steht der DIFW mit seinen Mitgliedsunternehmen an der Seite der Hotellerie.
Welche Trends und Entwicklungen werden die Fitness- und Hotelbranche mitbestimmen?
Sicher ist, dass die beiden Branchen den Weg in die Zukunft gemeinsam gehen werden. Daraus ergibt sich, dass der Hotelaufenthalt immer körper- und gesundheitsbewusster wird. Im Wechselspiel wird es sicher einen Abstimmungsprozess über Geräte, Ausstattungen und Kursangebote geben, aus dem sich wieder neue Perspektiven ergeben. Wir sehen das Hotel der Zukunft als einen Ort, an dem Menschen auftanken und gesünder werden, ein für das Leben also sehr wichtiger Ort. Aus dem bisherigen Übernachtungsgast wird so ein Kunde, der eine komplexe Dienstleistung erwartet und auch bereit ist, diese zu vergüten, weil sie für sein Leben und den Erhalt der Lebensqualität von großer Bedeutung ist.
Wo besteht für den DIFW diesbezüglich künftig besonderer Handlungsbedarf?
Wenn Märkte sich ändern, besteht der größte Handlungsbedarf darin, die beteiligten Unternehmen auf diesem Weg zu begleiten und ihn durch erstklassige Informationen abzusichern. Wir kennen den komplexen Fitness- und Wellness-Markt sehr detailliert, wissen Anbieter und Angebot einzuschätzen und vermitteln die relevanten Ansprechpartner. Hinzu kommt, dass wir klare Aussagen über wirtschaftliche Aspekte treffen und so Planungsphasen für die Hotellerie stark verkürzen und effizienter gestalten können. Hier sehen wir auch den größten Handlungsbedarf. Unser Interesse ist es, dass Fitness- und Wellness-Anlagen innerhalb von Hotels die Chance haben, erfolgreich zu sein. Dieses ist ein grundsätzlich gemeinsames und nachvollziehbares Interesse beider Branchen und dem möchten wir Rechnung tragen.
Zum DIFW
Der DIFW (Deutscher Industrieverband für Fitness und Wellness) mit Sitz in Bonn vertritt als einziger reiner Industrieverband die übergeordneten Interessen der Branche innerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Wesentliche Aktivitäten sind die Bündelung der Interessen der Teilmärkte und die übergreifende Öffentlichkeitsarbeit im Sinne der Fitness- und Wellness-Industrie. Der Verband agiert als Bindeglied zwischen den Teilnehmern des Kernmarktes Fitness, den Dienstleistern, Freiberuflern, der gesamtdeutschen Industrie und den Institutionen. Weitere Aufgaben sind im Sinne der Mitglieder: Marketing & PR, Veranstaltung von Golden Contact Business-Meetings, Schaffung zukunftsträchtiger Kooperationen, Stärkung der Branchenakzeptanz, Pflege internationaler Kontakte, Öffnung des Marktes für externe Industrien und die Ermittlung exakter Marktdaten als Entscheidungsgrundlage. Zu den Mitgliedern des DIFW gehören die führenden Unternehmen der Fitness- und Wellness-Industrie in Deutschland.