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Kunst im Spa

Foto: Rogner Bad Blumau

Art meets Wellness

Kunst und Wellness – passt das zusammen? Natürlich, finden immer mehr Wellness-Betriebe. Sie bieten Künstlern Ausstellungsfläche und den Gästen eine entspannende Augenweide. Wer zur Erholung selbst kreativ werden will, kann mancherorts sogar selbst zu Pinsel und Farben greifen.

Erholung für alle Sinne, neue Eindrücke und Steigerung des Wohlgefühls ihrer Gäste, das versprechen sich Hoteliers und Spa-Verantwortliche von Kunst im Haus. Gemälde oder Grafiken an den Wänden, Skulpturen im Ruheraum oder neben dem Pool, vielleicht gar das Gebäude selbst als herausragende Architektur – wer seinen Besuchern Mehrwert offerieren will, bietet Künstlern eine Plattform für ihr Schaffen.

Hundertwasser prägt das Rogner-Bad Blumau. „Der Großteil unserer Gäste kommt ganz bewusst, um das größte bewohnbare Kunstwerk von Friedensreich Hundertwasser zu sehen und zu genießen“, erklärt Robert Rogner Junior, Geschäftsführer des Rogner-Bad Blumau in Österreich. Runde bewegte Formen, bunte Säulen, begrünte Dächer und Fassaden in den Farben des Regenbogens kennzeichnen alle Bereiche von Therme und Designhotel. „Zusätzlich schmücken Hundertwasser-Grafiken die Wände, und die Behandlungsräume im Beauty-Bereich bestechen durch eine besondere Einrichtung“, fügt Robert Rogner hinzu. „Die Gäste können sich an der Kunst wie auch an der Heilkraft des Wassers erfreuen. Beides soll im Zusammenspiel dazu beitragen, das Wohnbefinden zu steigern.“
So prägt Hundertwassers Philosophie „Leben im Einklang mit der Natur“ auch wesentlich die Behandlungs-Angebote im Rogner-Bad Blumau. Der Betrieb muss zwar mit höheren Bau- und Erhaltungskosten als übliche Thermenanlagen kalkulieren: „Aber der Erfolg bei den Gästen macht das mehr als bezahlt“, urteilt der Geschäftsführer. Und entwickelt das ganzheitliche Programm ständig weiter: „Ab Mai werden wir unseren Gästen einen so genannten ,phantastischen Zimmerservice’ anbieten: Statt eines Fernsehers im Zimmer kann man Spiele, Gedichte oder auch Malutensilien bestellen. Damit wollen wir die Kreativität des Einzelnen fordern, so wie Hundertwasser es gewünscht hat.“

Die Frankenalb Therme: Plattforum für regionale Künstler. Kunst als Wohlfühlfaktor lässt sich auch einfacher integrieren. Die Frankenalb Therme in Hersbruck beispielsweise bietet Künstlern der Umgebung die Möglichkeit, ihre Werke zu präsentieren. „Die Grundidee war einfach“, erzählt die stellvertretende Betriebsleiterin Anja Kotter, „Kunst braucht Freiflächen, um sich zu zeigen und die Therme hat dazu im Eingangsbereich, auf Fluren und in den Ruhezonen viele Möglichkeiten.“ Vierteljährlich werden derzeit die Ausstellungsobjekte gewechselt – und alle profitieren davon: „Wir bieten unseren Gästen ein stilvolles Ambiente, das die Erholung unterstützen, aber auch neue Eindrücke mit sich bringen soll. Das Interesse ist durchaus groß, wobei je nach Geschmack viele positive, teilweise aber auch negative Urteile abgegeben werden.“
Die Bandbreite ist groß: Bisher wurden zum Beispiel Holzskulpturen der Künstler „Woodstopp“ ausgestellt, Frühlingsgemälde der Künstlerin Anna Scholz und eine Fotokollektion „Mohnblumen“ des Fotografen Petmeki. Die Auswahl ergibt sich u.a. durch die Anfragen von Künstlern und Künstlerverbänden. Zukünftig ist sogar geplant, eine Kunstmeile mit Skulpturen von der Stadt bis zur Therme anzulegen.

Kunst im Spa – was ist möglich? Das Ausstellen kostet die Frankenalb Therme nichts, allerdings müssen die Werke versichert werden. Anja Kotter ergänzt: „Und die Räume dürfen nicht zu feucht sein, daher werden hauptsächlich der Eingangsbereich und die Ruheräume der Sauna genutzt. Die Holzskulpturen allerdings konnten wir neben dem Tauchbecken platzieren.“
Auch Norbert Weber, Vorsitzender des Artothekenverbandes Schleswig-Holstein, rät dazu, obige Tipps zu beachten, und ergänzt: „Für die Erhaltung von Kunstwerken ist es prinzipiell wichtig, dass die klimatischen Bedingungen in den Räumen ausgeglichen sind. Ideal sind diese oft aber nur in Museen oder Galerien.“
Artotheken sind Institutionen, die Kunstwerke ähnlich einer Bücherei gegen eine Gebühr verleihen. Da sie aber nicht kontrollieren können, wie und wo die Objekte platziert werden, appelliert Norbert Weber an einen umsichtigen Umgang mit Kunst: „Direktes Sonnenlicht verändert beispielsweise Papier, Holz kann sich bei zu hoher Luftfeuchtigkeit verziehen. Und auch Zigarettenqualm ist nicht optimal für Originale.“ Grundsätzlich spreche nichts dagegen, Gemälde und Skulpturen in Spas und Wellness-Bereichen einzusetzen. Wer sich dazu an eine Artothek wendet, erhält i.d.R. auch eine thematische Beratung – gegen eine geringe Gebühr, die z.B. für ein Werk im Wert von 300 Euro bei etwa 1,50 Euro pro Monat liege. „Entsteht ein Schaden, wird das Bild etwa zerstört, haftet der Entleiher dafür. Das gilt auch für Diebstahl.“ Hier helfen mechanische Schutzvorrichtungen. „Zudem“, beruhigt der Experte, „haben solche Unglücksfälle in der Praxis Seltenheitswert.“

Autorin: Judith Preuß