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Tanning

Solarien im Spa profitabel nutzen

Am 22. Juli 2007 tritt eine neue EU-Norm in Kraft, welche die maximal zulässige Bestrahlungsstärke in kommerziell betriebenen Sonnenbänken europaweit beschränkt – und zwar drastisch auf 0,3 W/m2. Ein guter Grund für Hotel- und Day Spas, einmal die Nutzung und das Marketing für die hauseigenen Solarien unter die Lupe zu nehmen – wie lässt sich Tanning hier profitabel anbieten?

Die Solarienbranche rückt zusammen. Auch wenn die Direktive der EU zunächst nur unmittelbar für die Solarienhersteller gilt, wird das Gesetz erhebliche Auswirkungen auf den Betrieb von Sonnenbänken in Sonnenstudios, Fitnessstudios und auch in Spas haben. Bei aller Unsicherheit durch die anstehenden Veränderungen sieht man aber auch die Chance für einen Neuanfang: Denn sehr vorsichtige gesetzliche Bestimmungen und zertifizierte Qualität ermöglichen ein Marketing mit nachprüfbar gesundem „Entspannungs-Bräunen“ nicht nur im Wellness-Umfeld. Die Gründe von Besonnungs-Skeptikern sind vielfältig: ausreichende natürliche Bräunungsmöglichkeiten, befürchtete Gesundheitsrisiken, persönliche Abneigungen, Verunsicherung, was Bestrahlungsstärken, Service, Beratungsleistungen und Hygiene betrifft. Hier gilt es mit Gesundheits- und Wellness-Aspekten zu punkten. Denn Sonne ist ein unverzichtbares Wellness-Element. Sie tut nicht nur dem Körper gut, sondern auch der Psyche. UV-Strahlen können die Produktion der Hormone in Schwung bringen und die Gesundheit fördern. Menschen, die Sonne genießen, fühlen sich in der Regel besser, sind aktiver und sportlich-attraktiv gebräunt.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien renommierter Institutionen befassen sich mit Gesundheitswirkungen von UV, darunter z.B. die Harvard School of Public Health, die Berliner Charité, die University of Sydney, die University of Boston und viele mehr. In diesen Studien konnten bereits viele gesundheitsfördernde Wirkungen von UV bewiesen werden:

1. Vitamin D3-Synthese (Körpereigenes „Wundervitamin“)

  • Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes
  • Stärkung des Herz-Kreislaufsystems
  • Verbesserung des Stoffwechsels
  • Vorbeugung gegen Osteoporose

2. Vorbeugung von Krebs

  • Erwiesen für Brust-, Prostata-, Darm- und Lymphdrüsenkrebs
  • die Krebslandkarte USA beschreibt deutlich geringere Krankheitsrate im Süden
  • „In ausreichender Intensität ist das ,Sonnenhormon’ Vitamin D 3 ein wesentlicher Faktor in der Abwehr von Krebserkrankungen des Organismus oder von Störungen der Herz-Kreislauf-Systems.“ (University of Boston, Professor Michael Hollick, 2000)

Weitere positive Wirkungen von Sonnenlicht sind u.a.

  • Stärkung des Immunsystems und der körpereigenen Abwehrkräfte
  • Stärkung körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit
  • Aktivierung von Glückshormonen im Gehirn, allgemeine Stimmungsverbesserung
  • Verbesserte Reaktionsfähigkeit
  • Anregung der Sexualhormone
  • Gefäßerweiterung und Blutdrucksenkung
  • Senkung der Cholesterinwerte
  • Verbesserung der Calciumversorgung von Organen und Knochen, Erhöhung der Knochendichte
  • Verhütung von Multipler Sklerose
  • Aufbau des körpereigenen Lichtschutzes
  • Besseres und gesünderes Aussehen durch besser durchblutete Gesichtshaut
  • Hilfe bei Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte.

Vom Hinterzimmer zum Gästemagnet. Was macht ein Solarium zum Erfolgsfaktor im Wellness-Bereich? Wichtig ist zunächst die richtige Geräteauswahl. Professionelle Gerätetechnologie schafft Sicherheit und Vertrauen, emotionales Gerätedesign spiegelt den Anspruch der Wellness-Einrichtung wider. Spezielle Wellness-Features wie z.B. Duftaromen, Wassernebel, Farblicht, musikalische Klangerlebnisse sowie schonende neue Lampengenerationen wie YellowSol und LiftLights unterstützen die Angebotsbreite und schaffen das für die Kundenzufriedenheit wichtige, rundum positive Gefühl, das gerade im Spa durch geschulte Beratung und Betreuung unterstützt werden sollte. Ein entsprechend geschulter Mitarbeiter sollte jederzeit verfügbar sein und insbesondere neue Kunden „einweisen“. Der Einsatz eines elektronischen Hautanalyse- und Bräunungsdosiersystems zur Hauttypenanalyse und Dosierung ist gerade für ungeübte Besonnungskunden, wie man sie in Hotels häufig antrifft, zu empfehlen. Das System bestimmt den individuellen Hauttyp des Kunden durch die Kombination einer objektiven Messung und persönlichen Fragen und erstellt daraus einen persönlichen Besonnungsplan. Das gibt dem Kunden von der ersten Besonnung an die Sicherheit, die individuell optimale Menge Sonne zu tanken.

Das Wellness-Ambiente in der Besonnungs-Kabine sollte zum Spa passen und nicht nur funktional, sondern vor allem komfortabel sein. Das reicht von großzügigen Platzangebot, hochwertiger, kundenfreundlicher Ausstattung mit Spiegel, Kleiderablage und ansprechender Beleuchtung bis hin zu Annehmlichkeiten wie Tücher, Make-up-Entferner oder Deospray bzw. einem nahen Badezimmer. Absolute Hygiene und ein gepflegtes Ambiente runden das positive Gesamterlebnis ab. Dies muss auch entsprechend kommuniziert werden: Eine systematische Kundenansprache sorgt dafür, dass die Solarien zum profitablen Spa-Betrieb beitragen. Dazu sollte eine Seite in der Spa-Broschüre über das Tanning-Angebot und seine Wirkung informieren. Essentiell ist es zudem, die Besonnung als Leistung in passende Wellness- und Medical Wellness-Packages zu integrieren und einen entsprechend höheren Preis zu kalkulieren. Zudem können Besonnungs-Gutscheine bzw. Chips als Goodies z.B. an Stammkunden vergeben werden. Besondere Aktionen im hauseigenen Programm wie Kombiangebote von Massagen und Tanning bringen zusätzlich neue Tanning-Kunden.

Autorin: Annette Vischer, uwe GmbH

Exkurs: Die neuen gesetzlichen Bestimmungen
Die Administrative Co-operation working group (ADCO) hat die Änderung der Low Voltage Directive (LVD) veröffentlicht, die besagt, dass die Obergrenze der zulässigen erythemwirksamen (Hautrötung verursachenden) Strahlungsleistung in Sonnenbänken auf 0,3 W/m2 beschränkt wird. Am 22. Juli 2007 tritt die Änderung der Direktive europaweit in Kraft. Zunächst sind von dieser Regelung nur Neugeräte betroffen. Nach einer Übergangsfrist, die noch festgelegt werden muss, wird die Direktive aber auch für bereits in Gebrauch befindliche Solarien gelten. Was bedeutet das? 0,3 W/m2 entspricht der Stärke der Sonnenstrahlen am Äquator zur Mittagszeit bei einem Einfallswinkel von 90°. Sonnenbänke, die derzeit in Betrieb sind, geben zum großen Teil eine deutlich höhere erythemwirksame Strahlung ab, was von vielen Faktoren (Röhren, Filter, Starter, Vorschaltgeräte und die Bank selbst) abhängt. Geht man von einem Durchschnittswert kommerziell betriebener Bänke von 0,6 W/m2 aus, würde das bedeuten, dass die Leistung halbiert werden muss.