Auf die spielerische Art
Trotz des Megatrends Health Care sind Gesundheitsrisiken wie Übergewicht und Bewegungsmangel schon bei den Jüngsten weit verbreitet. Warum also nicht den Nachwuchs im Spa an Wellness und ein gesundes Körpergefühl heranführen? Einige Wellness-Betriebe bieten bereits spezielle Anwendungen für Kinder: Darunter das Hotel „Die Post“ Ronacher im österreichischen Bad Kleinkirchheim, das ein eigenes KinderSpa eröffnet hat (www.diepost.com).
Kinder-Wellness ist nicht unumstritten und gilt vielerorts sogar als übertrieben. Dennoch muss man sich angesichts der täglichen Schreckensmeldungen zu Gesundheitszustand, Bewegungsarmut und Übergewicht der Jüngsten fragen, ob es nicht sinnvoll sein könnte, dem Nachwuchs und damit dem Kunden von morgen nicht schon früh eine gesunde Lebensweise zu vermitteln. Bisher vor kurzem wurde an Wellness und Spa für Kinder und Jugendliche noch wenig gedacht, es gab Ansätze in den USA sowie in speziellen Kinder- und Familienhotels, aber was fehlte, war ein durchgängiges Konzept.
Idee in eigener Sache. Markus Ronacher, Hotelier und Besitzer des gleichnamigen Hotels im kärntnerischen Bad Kleinkirchheim, beschäftigt sich seit der Geburt seiner inzwischen dreijährigen Tochter intensiv mit der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Aufgeschreckt durch einen Bericht des österreichischen Gesundheitsministeriums, indem es hieß, dass immer mehr Kinder fettleibig sind, an Bewegungsmangel leiden und bereits im jugendlichen Alter mit den bekannten Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Rückenschmerzen und Herz-/Kreislaufbeschwerden zu kämpfen haben, beschloss der Hotelier, sein Haus um ein KinderSpa zu erweitern.
Beim herrschenden Mangel an schlüssigen Praxisbeispielen erwies es sich auch mit Kreativität und eigenen Ideen nicht als einfach, ein rundes Konzept mit der nötigen fachlichen Basis und phantasievollem Hintergrund für die Zielgruppe Kind zu entwickeln und die nötigen Fachkräfte anzuwerben. Ziel des Konzeptes ist es, Familien mit Kindern zu zeigen, wie viel Spaß man an Bewegung hat, wie wohl man sich in einem gesunden und gepflegten Körper fühlt und wie lecker gesunde Mahlzeiten schmecken können.
Wellness spielerisch erleben. Unter dem Motto „Was Eltern dürfen, ist den Kindern hier auch erlaubt“ kommt der Nachwuchs in der „Post“ direkt mit Beauty und Wellness in Kontakt. Es fängt schon damit an, dass für Kinder eigene, kuschelige Bademäntel im Zimmer bereitliegen, was natürlich beim Nachwuchs großen Eindruck macht. Während sich dann die Eltern im Spa vom Alltag erholen, können sich die Kinder nach Lust und Laune ihr eigenes Wellness-Programm zusammenstellen. Dazu werden kindergerechte, wirksame Wohlfühlmassagen und Behandlungen angeboten:
- Schnuppermassage
- Hot Stone-Massage
- Seifenschaum-Massage
- Schoko-Körper-Packung
- Heublumen-Körper-Packung
- Hand- und Fußmassage
- und speziell Watsu.
Watsu, eine Art Shiatsu im Wasser, macht Dehnungen und Griffe wohltuend und schwebend leicht. Kinder mögen dies besonders: das warme Wasser, dazu leichte Bewegungen, fast wie Plantschen in der häuslichen Badewanne.
Als Gruppenprogramm wird für die Jungen ein Bodycheck mit anschließendem Fitnesstraining angeboten. Die Mädchen kommen beim Fun-Dance auf ihre Kosten. So werden die Kinder spielerisch in der Gruppe und mit Spaß, aber ohne Zwang an Bewegung und Sport herangeführt. Kleine Prinzessinnen dürfen zudem in der „Post“ genau wie ihre Mütter der Schönheit frönen. Kindgerechte Gesichtsbehandlungen mit Reinigung, sanftem Peeling, Maske oder Massage wecken den Sinn für Pflege. Das anschließende Schminken zählt zu den Rennern in der Gunst der Töchter: von einem tollen Ferien-Make-up bis hin zu Phantasie-Schminken wird alles geboten. Zudem macht eine kindgerechte Nagelpflege gegen die Unsitte des kindlichen Nägelkauens Laune: Natürlich schön lackierte Nägel oder auch tolle Phantasienägel mit Strass oder Glitzereffekt kommen besonders gut an.
Im Rahmen von speziellen Mutter-Tochter- bzw. Vater-Sohn-Tagen steht der ganzen Familie die Sauna zur Verfügung. Die Damen lassen sich mit einer Massage und Watsu verwöhnen, während Vater und Sohn einen „Bodycheck“ erhalten. Der Junior erhält zudem eine Hot Stone-Massage, während der Senior eine Heilsalzpackung mit Fußreflexzonenmassage genießt.
In professionellen Händen. Wie die Eltern werden auch die kleinen Gäste professionell betreut. Eine ganz wichtige Person und Seele des Spas ist Bruni Mitterer. Sie hat u.a. das Watsu eingeführt und kümmert sich mit ihren Mitarbeitern um die jungen Spa-Gäste. Dabei gilt es, wie bei Erwachsenen auf die Vorlieben zu achten, aber dem einzelnen auch die Skepsis oder Scheu vor mancher ungewohnten Behandlung zu nehmen – oder sie zu akzeptieren. „Viele Kids lassen ihre Shirts bei den Massagen und Behandlungen an, da sie sich vor Fremden nicht ausziehen möchten. Dies muss man akzeptieren“, meint ein Masseur aus seinen Erfahrungen mit den jungen Gästen.
Nicht nur die Kinder hegen anfangs oft eine gewisse Scheu gegenüber dem Neuen, vor allem auch die Eltern. Damit sie ihre Kids in guten Händen wissen, ist das KinderSpa mit Glastüren ausgestattet, so dass besorgte Eltern immer einen Blick auf ihren Nachwuchs werfen können. Das gesamte KinderSpa wurde liebevoll und mit Blick auf Details eingerichtet: bunt, fröhlich und gute Laune weckend. In Ferienzeiten bevölkern denn auch an die 100 fröhliche Kinder das Spa. Wie man sieht, wird die Einrichtung gesucht und angenommen. Und damit die Bewegung nicht zu kurz kommt, kommen das Toben in der Natur und zahlreiche Entdeckungsreisen während des Aufenthalts nicht zu kurz.
Autorin: Birgit Oesterle