Wellness wohlig-warm
Zimt, Orange, Kakao und andere ätherische Gewürzöle laden ein, exotische Wohlgerüche zu kombinieren. Entführen Sie Ihre Kunden z.B. in eine arabische Erlebniswelt mit würzigen oder blumigen, sinnlichen Duftkreationen oder auf eine indische Traumreise mit wärmenden und stärkenden Aromen.
Entwickeln Sie mit wärmenden fetten Ölen und den verschiedenen ätherischen Ölen eine eigene Winter-Wohlfühlbehandlung. Geeignete wärmende fette Öle sind z.B. Johanniskrautöl (Mazerat) oder Sesamöl, 1:1 mit süßem Mandelöl gemischt. Dazu werden ätherische Öle in physiologischer Dosierung gegeben.
Folgende ätherische Öle eignen sich besonders für die kalte Jahreszeit: Bay (Pimenta racemosa), Benzoe Siam (Styrax tonkinensis), Bergamotte (Citrus bergamia), Kakaoextrakt (Theobroma cacao), Mandarine rot (Citrus reticulata), Orange (Citrus sinensis), Rose (Rosa damascena), Sandelholz (Santalum album), Tonka (Dipteryx odorata), Ylang Ylang (Cananga odorata), Vanilleextrakt (Vanilla planifolia), Zeder (Cedrus atlantica), Zypresse (Cupressus sempervirens).
Alle warmen, schweren Düfte können gut mit Zitrusnoten kombiniert werden. Auch fertige Winter- und Weihnachts-Duftmischungen (auf Bio-Qualität achten) lassen sich gut verwenden, wenn Sie sich keine große Auswahl an ätherischen Ölen zulegen möchten. Tipp: Lassen Sie die Ölmischungen eine Stunde ruhen, dann wird der Duft intensiver, die Herznoten treten wie bei einem guten Parfüm stärker hervor. Manche Mischungen werden besser, wenn sie ein bis zwei Wochen „reifen“.
Exotisch, duftig, schokoladig. Hier ein Vorschlag für eine reichhaltige, exotisch duftende Schoko-Wellness-Behandlung:
- Ihr Behandlungsraum ist gut vorgewärmt und dem Behandlungsthema entsprechend dekoriert, z.B. auf einem Tablett Zimtstangen, Kerzen und eine Tafel feiner Schokolade (siehe Foto), die Sie der Kundin nach der Behandlung als kleines Dankeschön mitgeben. Eine passende Duftnote sparsam versprühen oder in die Duftlampe geben.
- Zur Vorbereitung bei einem entspannenden Fußbad eine Tasse Yogi- oder Gewürztee reichen, das erwärmt innerlich und stimmt auf die nachfolgende Behandlung ein.
- Körperpeeling – Ein geruchsneutrales Körperpeeling Ihrer Wahl oder als Grundlage Meersalz mit fettem Öl vermischt, dazu 1 Tropfen Tonka, 3 Tropfen Grapefruit, 2 Tropfen Zypresse (regt die Lymphe an).
- Betörendes Bad – 1 Tropfen Bay, 2 Tropfen Vanille, 1 Tropfen Ylang Ylang, 2 Tropfen Rose, 1 Tropfen Ceylon-Zimtrinde, 2 Tropfen Bergamotte in 0,5 bis 1 Becher süße Sahne oder 3 EL Honig mischen (für ein Vollbad).
- Schoko-Traum Körpermassageöl – 30 ml Sesamöl und 20 ml süßes Mandelöl mischen mit 4 Tropfen Kakaoextrakt, 1 Tropfen Vanille, 2 Tropfen Zypresse und – je nach Vorliebe – etwas frischer mit 3 Tropfen Grapefruit bzw. „wärmer“ mit 3 Tropfen Orange. Auch eine geruchsneutrale Körperpackung, evtl. mit Kakaobutter angereichert, verträgt sich sehr gut mit ätherischen Ölen.
- Als i-Tüpfelchen können Sie der Kundin nach der Behandlung eine heiße Schokolade mit je einem Hauch Ceylon-Zimt und geriebener Tonka-Bohne (Apotheke) sowie einem kleinen Tupfer Sahne reichen. Tipp: ein Hauch geriebene Tonka-Bohne im Weihnachtsgebäck – fantastisch!
Zimt gehört dazu, aber auf die Art kommt es an. Ein ätherisches Öl gehört in fast alle wärmenden Winter- und Weihnachtsmischungen: echter Zimt. Nach den Diskussionen in Zusammenhang mit dem gesundheitsschädlichen Inhaltsstoff Cumarin ist es wichtig, die verschiedenen Zimtöle und deren Wirkung zu kennen, denn Zimt ist nicht gleich Zimt. Wir Anwenderinnen müssen zwischen Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt unterscheiden.
Ceylon-Zimt (Cinnamomum zeylanicum), botanisch auch als Cinnamomum verum, „echter Zimt“, klassifiziert, ist feiner und teurer als die sogenannten Cassia-Arten (Cinnamomum cassia und Cinnamomum aromaticum Nees).
Die chemische Zusammensetzung der beiden Zimtarten ist unterschiedlich. Im Zimtrindenöl, das aus der Rinde des Ceylon-Zimtbaums destilliert wird, werden nur minimale Spuren von Cumarin nachgewiesen, während der Cumaringehalt im Öl der Cassia-Art bis zu fünf Prozent beträgt. Der Blick aufs Etikett und auf den genauen botanischen Namen ist deshalb sehr wichtig.
Vom Ceylon-Zimt sind zwei ätherische Öle im Handel erhältlich: Das Zimtblätteröl (Cinnamomum ceylanicum Blume syn. Cinnamomum verum) ist milder und günstiger als Zimtrindenöl, da wesentlich weniger Pflanzenmaterial zur Herstellung notwendig ist. Die Leitsubstanz ist nicht Zimtaldehyd, sondern das mildere Eugenol (ca. 80 %). Bei äußerlicher Anwendung in niedriger Dosierung (bis 0,5 %) ist das Öl für die Haut sehr gut verträglich und mit geringerem Allergiepotenzial. Ihm fehlt jedoch der typische warme Zimtduft.
Das Zimtrindenöl (ebenfalls Cinnamomum ceylanicum Blume syn. Cinnamomum verum) wird von der Leitsubstanz Zimtaldehyd geprägt, einem der stärksten und wirkungsvollsten Inhaltsstoffe in der Aromatherapie überhaupt. Es hat diesen Duft von Wärme, Geborgenheit, einfach den typischen „Weihnachtsgeruch“, der unter die Haut geht und seelisch wie körperlich erwärmt und stärkt. Durch seinen hohen Anteil an Zimtaldehyd ist das Öl jedoch nicht unproblematisch bei der Anwendung: Zimtaldehyd reagiert sehr aggressiv auf Haut und Schleimhäute, weshalb das Öl äußerst sparsam zu verwenden ist (2–4 Tropfen in einer 1%igen Mischung auf 100 ml fette Öle).
Autorin: Angelika Fuchs